Statement:Grüne: Lagebild zur ‚Clankriminalität‘ ist stigmatisierend

Niedersachsen ist eines von nur drei Ländern, das überhaupt ein Lagebild zur sogenannten ‚Clankriminalität‘ erstellt. Das Phänomen ‚Clankriminalität‘ wird damit künstlich aufgebauscht – was den Eindruck erweckt, es handele sich dabei um eine besondere Gefahr für unsere Gesellschaft.

Das Niedersächsische Innenministerium und das Niedersächsische Justizministerium haben heute das fünfte gemeinsame Lagebild von Polizei und Justiz zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen in Niedersachsen vorgestellt. Dazu sagt Evrim Camuz, rechtspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Niedersachsen:

Stigmatisierende Pauschalbegriffe helfen bei der Bekämpfung von Kriminalität nicht weiter. Niedersachsen ist eines von nur drei Ländern, das überhaupt ein Lagebild zur sogenannten ‚Clankriminalität‘ erstellt. Das Phänomen ‚Clankriminalität‘ wird damit künstlich aufgebauscht – was den Eindruck erweckt, es handele sich dabei um eine besondere Gefahr für unsere Gesellschaft.

Tatsache ist: Die sogenannte Clankriminalität macht lediglich 0,59 Prozent aller polizeilich erfassten Straftaten aus - obwohl sogar die ganze Bandbreite aller Straftaten, von Bagatelldelikten wie dem ticketlosen Fahren bis hin zu schwerwiegenden Verbrechen, erfasst wird. Dieser niedrige Anteil und die rückläufigen Zahlen unterstreichen erneut, dass diese konstruierte Kategorie umstritten und nicht zeitgemäß ist. So werden Menschen mit Migrationshintergrund zu Unrecht stigmatisiert, in der Bevölkerung wird Angst vor ihnen geschürt und Integration verhindert. Ich setze mich dafür ein, die Organisierte Kriminalität und alle ihre Akteure in ihrer Gesamtheit zu betrachten – ohne Menschengruppen oder Familien pauschal zu verurteilen und unter Generalverdacht zu stellen.

 

Zurück zum Pressearchiv